Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1925
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Kopf in MessingÜbersetzung: Head in Brass
- Geografische Bezüge
- Provenienz
- Kauf: Kunsthandlung Alfred Flechtheim, Berlin,
unbekannt - 1928Kauf: Nationalgalerie, Berlin,
1928–7.7.1937Beschlagnahmung: Deutsches Reich, Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda, Berlin,
7.7.1937 - unbekanntVerwahrung: Kunsthändler Bernhard A. Böhmer, Güstrow,
1943/44 - 3.5.1945Nachlass/Vermächtnis: Atelier Ernst Barlach, Güstrow,
3.5.1945–21.3.1947Verwahrung: Deutsche Zentralverwaltung für Volksbildung, Berlin/SBZ,
21.3.1947Verwahrung: Museum der Stadt Rostock,
21.3.1947 - 7.1949Ehem. Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie,
7.1949 - Material / Technik
- Messing
- Abmessungen
- Höhe x Breite x Tiefe: 38,3 x 22,5 x 19 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/964894
Objektbeschreibung
Im Gegensatz zu früheren Köpfen Bellings („Kopf in Mahagoni“, FNG 95/04, und „Skulptur 23“, NG 16/73) ist beim „Kopf in Messing“ das Volumen fest und geschlossen. Aussparungen gibt es nur, um Schatten zu erzeugen, und eine Haarsträhne zieht sich in großzügigem Schwung von der Stirn durch die Luft in den Nacken der Figur. Was heute als ein elegant-melancholisches, den Geist der Zeit einfangendes Frauenbild zwischen Art déco und Neuer Sachlichkeit erscheint, war vom Bildhauer zunächst anders gedacht. 1924 hatte er eine lebensgroße Madonna mit Kind modelliert, den Entwurf aber mehrfach gekürzt, sodass am Ende nur der Kopf erhalten blieb. Seine Zeitgenossen sahen darin ein Porträt von Bellings Ehefrau, der Tänzerin Toni Freeden (1901-1942). Diese Annahme unterstützten zwei Fotos, auf denen sie den „Kopf in Messing“ im Arm hält, untertitelt mit: „Plastische Arbeit des Bildhauers Belling und das Modell“ (Hamburger Illustrierte, 24.11.1927, S. 24) bzw. „Die Gattin des Bildhauers Belling mit ihrem Ebenbild“ (Revue des Monats, 4. Jg. [1929/30], H. 4, Feb., erste innere Titelseite). Der Künstler jedoch verwahrte sich stets dagegen, wie er noch 1961 an den Saarbrücker Museumsdirektor Rudolf Bornschein schrieb (Brief im Rudolf Belling Archiv, Krailling). Der Messingkopf, 1928 von der Nationalgalerie erworben, bildete in deren Neuer Abteilung im ehemaligen Kronprinzen-Palais einen Gegenpol zu dem weitgehend abstrahierten „Dreiklang“ (B I 449). Beide Werke zeigten, dass Abstraktion und Gegenständlichkeit nicht zwangsläufig gegeneinander stehen, sondern sich im Schaffen ein und desselben Künstlers verbinden können. Die Nationalsozialisten beschlagnahmten beide Skulpturen 1937 und stellten sie in München als „entartete Kunst“ aus. 1949 konnte „Kopf in Messing“ der Nationalgalerie (Ost) zurückgegeben werden. | Dieter Scholz
Letzte Aktualisierung: 16.04.2026
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.de