Himmelsblüten über dem gelben Haus (das auserwählte Haus)
Ident. Nr.: NG MB 97/2000
ObjID: obj:965924
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Museum Berggruen
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1917
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Himmelsblüten über dem gelben Haus (das auserwählte Haus)Übersetzung: Celestial Blossoms Above the Yellow House (The Chosen House)
- Geografische Bezüge
- Provenienz
- im Besitz des Künstlers,
1920Kommission: Neue Kunst - Hans Goltz, München,
1920unbekannter Besitzer,
1920Charlette Adrianne, Paris,
um 1960 - 1992Kommission: Galerie Maria de Beyrie, Paris,
mindestens 1978 - 1992Auktion: Sotheby´s, London,
30.6.1992Kauf: Heinz Berggruen, Berlin/Paris,
19.12.1994–2000 - Material / Technik
- Aquarell und Gouache auf grundiertem Leinen auf Papier mit Aquarell eingefasst, auf Karton
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 23 x 15 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/965924
Objektbeschreibung
Klee hatte nach der Jahrhundertwende als Zeichner und Radierer des Grotesken begonnen, nach dem langgliedrigen Figurenstil gelang 1914 während einer Reise nach Tunis der Durchbruch im Umgang mit Farbe. Während des Ersten Weltkriegs leistete er seinen Militärdienst als Zahlmeister und Transportbegleiter in der Fliegerschule Gersthofen bei Augsburg fern des Schlachtfeldes – die Aquarelle der Kriegsjahre verraten fast nichts von der Tragik der Zeit. Das „auserwählte“ gelbe Haus mit dem mattroten Ziegeldach im vorliegenden Blatt enthält das Signum „K“, hier, im Architektonischen, ist der Maler Klee im Diesseitigen noch fassbar (vgl. Paul Klee, Diesseitig bin ich gar nicht faßbar, 1920, in: ders., Gedichte, Frankfurt am Main 1991, S. 7). Dem Giebel des Sonnen-Hauses antwortet spiegelbildlich das schwarze Dreieck. Hier schon zeigt sich die kontrapunktische Richtungsorientiertheit der kleeschen Kunst, als verkappte Pfeile weisen die Dreiecke ins Erdreich hinunter und zum Himmel empor. Aus dem Giebel wächst in zwei Ästen nebeneinander die organisch und geometrisch gefasste Naturform hinauf: Florales Wachstum berührt den Himmel, die Grenzen des Irdischen sind gesprengt. Lichte, strahlende Wasserfarbenmalerei, durch den Kreidegrund ein wenig gebrochen, lässt das Irdische im Kosmischen aufklingen. Das kleine, kostbare Aquarell hat Klee auf Karton geklebt und mit einem „Rahmen“ aus Dreiecken dunkler, gedämpfter Farbigkeit versehen. Mit seinen floralen, urbanen und kosmischen Emblemata zählt das Werk zur expressionistischen Kunst des Malers. | Roland März
Letzte Aktualisierung: 07.07.2026
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Einrichtung:
Museum Berggruen