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Pflanze Nr. VIII

Ident. Nr.: B 908

ObjID: obj:966065

1968 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Gernot Bubenik (1942 -),
Künstler*in
Datierung
1968
Weitere Titel
Sammlungstitel: Pflanze Nr. VIII
Übersetzung: Plant No. VIII
Material / Technik
Wiecolux auf Aluminium
Abmessungen
Höhe x Breite: 160 x 100 cm
Erwerbung
1968 Ankauf von der Galerie Schüler, Berlin, durch das Land Berlin und die Deutsche Gesellschaft für Bildende Kunst e. V. aus Mitteln der Deutschen Klassenlotterie Berlin (West)

Objektbeschreibung

Von Kindheit an beschäftigte sich Bubenik mit Pflanzen. Nach einer Lehre als Gemüsegärtner studierte er von 1961 bis 1966 zunächst an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Gerhard Gollwitzer, anschließend an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee bei Wolf Hoffmann. Von dessen dekorativ vereinfachten Pflanzenbildern und Gartengrundrissen ausgehend, entwickelte Bubenik Mitte der 1960er-Jahre eine eigenständige Bildsprache. Diese basiert auf Schaubildern aus der Wissenschaft, deren Formen er variierte und frei weiterentwickelte. Leuchtende Lacke, auf metallische Oberflächen gespritzt, wurden ebenso zum Markenzeichen Bubeniks wie spiegelsymmetrische Bildkompositionen aus organisch gerundeten Formen und kräftige Farbflächen mit oder ohne Modulation. Das achte Bild der 1966 begonnenen Pflanzenserie geht auf Querschnitte von Bedecktsamern zurück. Unten umfängt ein blauer Kelch rote Staubfäden und den grünen Stempel mit roter Eizelle in der Samenanlage. Oben wölben sich grüne Kelchblätter über einem rosa Fruchtknoten, der von Kronenblättern umgeben wird. In der Mitte die Narbe zum Auffangen von Pollen. Die üppig schwellenden Formen lassen menschliche Geschlechtsorgane assoziieren, wobei die schwarze Narbe wie ein Pluszeichen wirkt. Ähnlich wie bei Georgia O’Keefe fünfzig Jahre zuvor sind auch bei Bubenik Pflanzlichkeit und Sexualität eng miteinander verbunden, nun jedoch nicht mehr von der unmittelbar sinnlichen Anschauung ausgehend, sondern vermittelt durch analytisches Lehrmaterial zur Botanik. | Dieter Scholz

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz