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Einzelfigur mit Zeichnung

Ident. Nr.: NG 24/76

ObjID: obj:966950

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Kenneth Armitage (1916 - 2002),
Künstler*in
Datierung
1972 (Guss 1976)
Weitere Titel
Sammlungstitel: Einzelfigur mit Zeichnung
Übersetzung: Single Figure with Drawing
Material / Technik
Email auf Aluminium
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 58 x 30 x 24,5 cm
Erwerbung
1976 Schenkung vom Künstler anlässlich der Ausstellung "Freunde danken Werner Haftmann"

Objektbeschreibung

Im Zuge der Ausstellung „New Aspects of British Sculpture“ auf der Biennale von Venedig 1952 belegte der Kunsthistoriker Herbert Read die britische Nachkriegsbildhauerei mit dem Begriff „Geometrie der Angst“, einem Terminus, von dem sich der dort gezeigte Armitage mit seiner gemeinhin meist zuversichtlichen, humorvollen Sicht auf und Interesse am Menschlichen zeitlebens immer wieder abgrenzen musste. Die „Einzelfigur mit Zeichnung“, welche die Nationalgalerie 1976 vom Künstler erhielt, zeigt darüber hinaus dessen spielerische Freude am Ausprobieren bildnerischer Mittel. Sowohl der Gebrauch von Paravents, etwa um seinen Studiobereich vom umliegenden Raum abzuschirmen, als auch die Vertrautheit mit Flugzeugtragflächen aus seiner Kriegserfahrung sind biografische Bezugspunkte für die Arbeit mit Schirmen, „Screens“: Leicht, stabil und großformatig können sie als Hintergrund, Abgrenzung, zum Schattenspiel oder als Projektionsfläche dienen. Während eines DAAD-Stipendiums 1967 in West-Berlin begann Armitage mit der Kombination von Modellen, Screens und Zeichnungen, wie in der Arbeit von 1972. Die weiß emaillierte, gesichtslose Figur mit lediglich in den Haarpartien schwarz gezeichneten Stellen tritt vor einem Schirm hervor, auf dem drei Figuren mit Gesichtern zu erkennen sind. Ideenreich lotet Armitage die gestalterische Bandbreite der Bildhauerei aus und bleibt in seiner Auseinandersetzung mit der Darstellung des Menschen verbunden. | Sintje Guericke

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz