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Prag, Blick von der Moldaulände

Ident. Nr.: B 745

ObjID: obj:968290

1965 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Oskar Kokoschka (1886 - 1980),
Künstler*in
Datierung
1936/1937
Weitere Titel
Sammlungstitel: Prag, Blick von der Moldaulände
Übersetzung: Prague, View from the Bank of the Vltava
Provenienz
Albert F. Daberkow, Bad Homburg,
spätestens 1957 - 1961
Auktion: Klipstein und Kornfeld, Bern, Auktion 8.6.1961,
- Juni 1961
Kauf: Galerie Marlborough Fine Art Ltd., London,
1961 - 23.51965
Galerie des 20. Jahrhunderts, Berlin (West),
1965–1968
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 83,5 x 113,6 cm
Erwerbung
1965 Ankauf von der Galerie Marlborough Fine Arts Ltd., London, durch das Land Berlin mit Mitteln der Deutschen Klassenlotterie für die Galerie des 20. Jahrhunderts (West)

Objektbeschreibung

Unter dem Druck der politischen Ereignisse reiste Kokoschka 1934 von Wien nach Prag, wo er bis zu seiner Flucht nach England Mitte Oktober 1938 blieb. In Österreich war im März 1934 unter Kanzler Kurt Schuschnigg ein faschistischer „Ständestaat“ ausgerufen worden. In Deutschland wurden Kokoschkas Werke als „entartet“ aus den Museen genommen. In Prag, der Geburtsstadt seines Vaters, hatte er 1935 im Bellevue-Haus direkt an der Moldau ein Turmzimmer mit Blick auf Hradschin, Laurenziberg und Karlsbrücke als Atelier gemietet, in dem auch das vorliegende Bild entstand. Das Werkverzeichnis der Fondation Oskar Kokoschka (online unter www.oskar-kokoschka.ch [12.2.2021]) verzeichnet insgesamt 18 Prag-Ansichten von unterschiedlichen Standorten aus. | Oliver Seifert

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz