Bildnis Unica Zürn
Ident. Nr.: SSG 37
ObjID: obj:1065442
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Sammlung Scharf-Gerstenberg
E-Mail:
ssg@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1954
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Bildnis Unica ZürnÜbersetzung: Portrait of Unica ZürnOriginaltitel: Portrait d’Unica Zürn
- Material / Technik
- Öl, Collage auf Holz
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 38 x 44,3 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/1065442
Objektbeschreibung
Seine Lebensgefährtin Unica Zürn zeigt Bellmer als „Papier chiffonné“, ein automatistisches Verfahren der Bildgewinnung: Auf Grundlage eines zerknitterten Papiers, das auf eine Holztafel montierte wurde, entsteht aus willkürlich eingeschnittenen und stehenden Falten ein Gesicht wie von selbst. Durch helle Konturen hebt es sich von dem dunklen Hintergrund ab. Es sieht so aus, als sei es von einem feinen Spinnennetz überzogen. Der Kopf ist schräg geneigt und blickt nach unten. Unica Zürn taucht als Motiv im Œuvre Bellmers immer wieder auf. Er sah in ihr seine sexuellen Obsessionen und Fantasmen, die er an seinen Puppen entwickelte, verwirklicht. Neben zahlreichen Porträts und Verwandlungen in Kopffüßer ist die bedeutendste Auseinandersetzung mit ihrem Körper die Fotoserie der Verschnürungen von 1958. Das Porträt Unica Zürns entstand ein Jahr, nachdem Bellmer die Schriftstellerin und Künstlerin auf einer Reise nach Berlin 1953 kennengelernt hatte. Im selben Jahr, 1954, veröffentlichte Unica Zürn die „Hexentexte“, in denen sie Anagramme zu Gedichten reihte. Ihr literarisches Werk besteht hauptsächlich aus autobiografisch geprägter und häufig fragmentarischer Prosa, die vor allem ihre Liebesbeziehungen sowie ihre Krankheit und deren Behandlung zum Thema hat. Neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit beteiligte sie sich an Ausstellungen, doch zwang sie ihre Schizophrenie immer wieder zu Unterbrechungen. 1970 beendete Unica ihr Leben durch einen Sprung aus dem Fenster der gemeinsamen Wohnung, ein Ereignis, das Bellmer letztlich nie verwand. | Melanie Franke/Nadine Ott
Letzte Aktualisierung: 24.06.2026
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Sammlung Scharf-Gerstenberg
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