Krähen über den Häusern - nach Méryon
Ident. Nr.: SSG 118
ObjID: obj:1065509
n/a
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1975
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Krähen über den Häusern - nach MéryonÜbersetzung: Crows Over the Houses – after MéryonOriginaltitel: Corneilles volant au-dessus des maisons – selon Méryon
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Blei- und Farbstift auf Papier, Collage
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 45,8 x 22,7 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/1065509
Objektbeschreibung
In den 1960er Jahren begann Janssen sich als ein stilistisch und thematisch ausgesprochen exaltierter Zeichner einen Namen zu machen. In seinem reichen künstlerischen Schaffen setzte sich Janssen vornehmlich mit der eigenen Physiognomie, aber auch allgemein mit dem menschlichen Körper sowie der Landschaftsdarstellung und dem Stillleben auseinander. In den 1970er Jahren schuf Janssen vorwiegend im Medium der Radierung subjektive ‘Kopien’ nach grafischen Meisterwerken von Botticelli, Grünewald, Füssli, Rembrandt, Goya oder auch Redon, Klinger und Hokusai. Ähnlich wie André Thomkins nutzte er die Vorlagen als „Krücken“ (Janssen). Diese ermöglichten es ihm, sich in einen vorgegebenen zeichnerischen Stil zu vertiefen und ihn für die eigene, so erfindungsreiche Bildsprache fruchtbar zu machen. In ihrem fantastischen und zugleich unheimlichen Klang musste für Horst Janssen die Vorlage zu „Krähen über den Häusern“ äußerst faszinierend sein: Es handelt sich um die 1853 entstandene Radierung „Le stryge“ (Der Vampir) von Charles Méryon (SSG 185). Janssen bezieht sich vermutlich auf den ersten Zustand der berühmten Radierung Méryons. Auf diesem ist die im 19. Jahrhundert unter Eugène Viollet-le-Duc geschaffene dämonische Skulptur des „Stryge“, befindlich an der Balustrade des Nordturms von Nôtre-Dame, noch nicht ausgeführt. Auch der die Häuser überragende Turm der Kirche St. Jacques ist im Druck nur als weiße Leerstelle vorhanden. Für Janssen wie für Méryon bildet das ausschnitthaft erfasste architektonische Setting die Bühne für mehrere große schwarze Vögel. Mit ihren langen und spitz auslaufenden Flügeln, die eher an Fledermäuse denken lassen, dominieren die Krähen, in düsterem Schwarz angelegt, die Zeichnung, die über einer Collage unterschiedlicher Papiere entwickelt wurde. Dem Werk selbst eignet, bedingt durch die unregelmäßigen Ränder, der Charakter eines Fragments. Man gewinnt den Eindruck, als stamme die Zeichnung aus einer anderen Zeit. Diese vom Künstler fingierte ‘Patina’ steigert das Unheimliche und Düstere der Darstellung. | Andreas Schalhorn
Letzte Aktualisierung: 16.01.2026
Kontakt
Einrichtung:
Sammlung Scharf-Gerstenberg
E-Mail:
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