Sitzender Akt, sich den Fuß trocknend
Ident. Nr.: NG MB 38/2000
ObjID: obj:958819
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Museum Berggruen
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1921
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Sitzender Akt, sich den Fuß trocknendOriginaltitel: Nu assis s'essuyant le piedÜbersetzung: Seated Nude Drying Her Foot
- Provenienz
- Kauf: Paul Rosenberg, Paris,
21.6.1921 - mindestens 1926Dr. Gottlieb Friedrich Reber, Lausanne,
395703Paul Rosenberg, Paris/Bordeaux,
15.9.1940Beschlagnahmung: Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg,
15.9.1940Verwahrung: Commission de récupération artistique (CRA),
14.9.1945Restitution: Familie Paul Rosenberg, Paris/New York,
14.9.1945–3.7.1979Kauf: Heinz Berggruen, Berlin/Paris,
3.7.1979–2000 - Material / Technik
- Pastell auf Papier
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 66 x 50,8 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/958819
Objektbeschreibung
Picassos Klassizismus, wie die Periode nach dem Ersten Weltkrieg genannt wird, brachte gegenständliche Figurendarstellungen mit sich, wie sie auf seinen Werken seit dem Ende der Rosa Periode Mitte der 1900er-Jahre nicht mehr zu finden gewesen waren. Bereits das Medium des Pastells scheint nach den Experimenten mit eingeklebten Zeitungspapieren, Sand und anderen Alltagsmaterialien ein Bekenntnis zur Tradition zu sein. So auch die Draperie, auf der die Frau isoliert vor einem zeitlosen Meer sitzt, und ganz besonders ihre Haltung: Denn um ihren Fuß zu trocknen nimmt sie ihn in die Hand und zitiert somit den antiken Skulpturentypus des „spinario“, des gewöhnlich auf einem Stein sitzenden Knaben, der sich einen Dorn aus dem Fuß zieht. Dazu inspiriert worden war Picasso 1917 auf einer Italien-Reise, aber auch durch dieselbe Körperhaltung der „Eurydice“ von Auguste Renoir (1895–1900; Musée Picasso, Paris), eines von sieben Werken des Impressionisten, das Picasso wenige Monate zuvor von seinem Kunsthändler Paul Rosenberg erworben hatte. Obwohl dieses Pastell auf den ersten Blick gefälliger wirkt als Picassos großformatige „Drei Frauen am Brunnen“ aus demselben Jahr (The Museum of Modern Art, New York), trügt der Schein, der vermuten lassen könnte, der Künstler wäre vorbehaltlos akademisch geworden: Die Horizontlinie hinter der Frau macht einen unerklärlichen Sprung, deren Extremitäten sind massiv, gerade ihre Hände deuten bereits auf die diskreten Pranken der Frau in „Der gelbe Pullover“ (NG MB 67/2000) voraus. | Gabriel Montua
Letzte Aktualisierung: 24.06.2026
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Einrichtung:
Museum Berggruen