Arlequin auf der Brücke
Ident. Nr.: NG MB 107/2000
ObjID: obj:960907
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Museum Berggruen
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1920
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Arlequin auf der BrückeÜbersetzung: Harlequin on the Bridge
- Geografische Bezüge
- Provenienz
- im Besitz des Künstlers,
1920Gottfried und Alexandra Galston-Korsakoff, München/Berlin/St. Louis, MI,
1920Privatbesitz, USA,
396338Kate Ganz Ltd., London,
1993Berggruen & Zevi Ltd., London,
1993Privatbesitz, Süddeutschland,
1993–1995Kauf: Heinz Berggruen, Berlin/Paris,
1995–2000 - Material / Technik
- Ölpause und Aquarell auf Papier, unten angesetzter Papierstreifen, auf silbergrauem Papier auf Karton
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 26,2 x 15 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/960907
Objektbeschreibung
Eine Lichtgestalt! Das größte saubere Farbfeld auf dem gesamten Blatt umfasst in hellem Schein die breitbeinige, auf einer Brücke stehende Figur. Wie die Spitze ihrer Mütze weist der Spitzbogen (architektonisch gesehen) beziehungsweise die Mandorla (auratisch gesprochen) nach oben und wird durch eine Linie mit einem Stern verbunden, der ebenfalls in reinen Farben erstrahlt, als wolle er schon von Weitem auf die wunderbare Präsenz hinweisen. Wer ist der im Titel als Arlecchino oder Harlekin ausgewiesene Konzentrationspunkt all dieser Lichtmystik, der eine Halbmaske trägt, als wolle er seinen Ursprung aus der Commedia dell’Arte unterstreichen? „Alle seine [Klees] Artisten und Schau-Spieler sind immer auch verkappte Selbstporträts“, schrieb Roland März über diesen Harlekin von Klee (Picasso und seine Zeit, Bestandskat. Museum Berggruen, Berlin, 2010, S. 106). Jedenfalls ist die Brücke als Verbindung zweier Ufer eine hervorragende Bühne für einen Harlekin, dessen Hauptmerkmal das ständige Wechseln der Rollen und Referenzrahmen ist. Die dunklen Flächen entlang der Brückenpfeiler wirken wie der aufgespannte Vorhang einer Theaterbühne, die also unter der Brücke ganz wörtlich im Trüben läge und vom Harlekin auf seinem Aufstieg unter sich gelassen wurde. Damit er auch vertikal genau in der Mitte steht, hat Klee unten noch einen Streifen angefügt und das fertige Blatt auf Silberfolie gelegt, sodass die ganze Szene von Lichtreflexen umrahmt wird. | Gabriel Montua
Letzte Aktualisierung: 16.04.2026
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Museum Berggruen