Tanzende Silene
Ident. Nr.: NG MB 49/2000
ObjID: obj:962176
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Museum Berggruen
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1933
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Tanzende SileneOriginaltitel: Silène en compagnie dansanteÜbersetzung: Silenus in the Company of Dancers
- Provenienz
- Philippe Dotremont, Brüssel,
1956Kauf: Heinz Berggruen, Berlin/Paris,
1956–2000 - Material / Technik
- Gouache und Tusche auf Papier
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 34 x 45 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/962176
Objektbeschreibung
Nach ersten Anleihen bei antiker Ikonografie während seiner klassizistischen Phase nach dem Ersten Weltkrieg (vgl. etwa „Sitzender Akt, sich den Fuß trocknend“, NG MB 38/2000) kam Picasso spätestens durch die druckgrafischen Arbeiten, die er für den Pariser Verleger Ambroise Vollard anfertigte, zu einer intensiven Beschäftigung mit der Antike. Ende der 1920er-Jahre lieferte er Illustrationen zu Honoré de Balzacs Novelle „Das unbekannte Meisterwerk“ (1831; vgl. „Der Bildhauer und sein Werk“, NG MB 50/2000), in den 1930er-Jahren folgte die „Suite Vollard“. In beiden sind regelmäßig Personen durch ihre Gewänder und die Requisite in der Antike verortet. Die vorliegende Gouache wirkt wie ein antiker Fries, in dem eine Gruppe von Personen nebeneinander dargestellt ist. Bemerkenswerterweise sind die Männer viel stärker plastisch modelliert und verfügen über ein Inkarnat in Hautfarben, wohingegen die Frauen und der Knabe viel flacher und gipsfarben wirken. Sie werden in diesem Tross, der anscheinend von einem erfolgreichen Fischzug zurückkehrt, mitgeschleift. Richard Kendall bemerkt im Londoner Katalog der Sammlung Berggruen die angespannte persönliche Situation Picassos im Jahr 1933 zwischen seiner ihm entfremdeten Frau Olga und seiner Geliebten Marie-Thérèse Walter sowie seine Vorliebe für Motive mit Bezug zur Antike, zu Sexualität und zum Stierkampf: „Es besteht kaum Zweifel, dass der Künstler sich mit vielen der Charaktere und Dramen seiner eigenen Bildgebung identifizierte“ (Van Gogh to Picasso. The Berggruen Collection at the National Gallery, Ausst.-Kat., London, 1991, S. 150). | Gabriel Montua
Letzte Aktualisierung: 20.05.2026
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Einrichtung:
Museum Berggruen