Dreimal drei Kreuze
Ident. Nr.: NG MB 132/2000
ObjID: obj:967023
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Museum Berggruen
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1925
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Dreimal drei KreuzeÜbersetzung: Three Times Three Crosses
- Provenienz
- im Besitz des Künstlers,
1929Kommission: Galerie Alfred Flechtheim, Düsseldorf,
1927Kommission: Neue Kunst Fides/Rudolf Probst, Dresden,
1927–1928Kommission: Galerie Alfred Flechtheim, Berlin,
1928–1929Dr. Bernatti,
1935Kauf: The Mayor Gallery, London,
1935Kauf: The Leicester Galleries/Ernest Brown & Philipps, Ltd., London,
396826The London Gallery, London,
396827Curt Valentin Gallery, New York,
mindestens 1951 - vermutlich 1955G. David Thompson, Pittsburgh,
vermutlich 1955 - 1965Nachlass/Vermächtnis: Nachlass G. David Thompson, Pittsburgh,
1965–23.3.1966Harry Torczyner, New York,
396831Marcelle Torczyner, New York,
1998Heinz Berggruen, Berlin/Paris,
1998–2000 - Material / Technik
- Aquarell und Tuschfeder auf Papier, mit Papierstreifen eingefasst, auf Leinwand; original gerahmt
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 24,2 x 23,5 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/967023
Objektbeschreibung
Nach Adam Ries ist drei mal drei gleich neun, doch so einfach macht es Klee den Betrachter:innen seines Bildes nicht. In seiner Wasserfarbenmalerei auf Papier, die aussieht wie rotbraune Beize auf altem Holz, figuriert die „3“ dreimal in Schwarz in einer verdeckten Pyramidalkonstellation und die „9“ einmal in Dunkelrot als integrale Ziffer für die Dreien. Schablonenhaft anmutende Zahlen, doch mit freier Hand in Feder mit schwarzer Tusche gezogen. In diese multiplizierte Trinität der Zahlen hat Klee neun Kreuze verschiedener Gestalt eingelagert. Er variierte seine individuell-mythologischen Kreuz-Figuren mit offenen Enden, indem er sie aus ihren Achsen verschob oder sie scheinbar brach, um sie bizarr zu verwinkeln. Die eine oder andere der Figuren dämmert dabei in schattigen Gevierten der Bildfläche einher. So entsteht im Kontext der Kreuze und Ziffern ein ikonenhaftes Beziehungsgeflecht, das die symbolischen und strukturellen Formen für mannigfache Deutungen offenlässt. Nehmen wir nur den banalen Stoßseufzer „Ich mache drei Kreuze, wenn das vorüber ist“: Gemeint ist der Prozess des Überstehens einer fatalen Situation, an deren Ziel die „Erlösung“ von allem Übel steht. Ganz aber kommt man dem Zeichensammler und Zahlenmagier Klee schließlich und endlich nicht auf die Schliche, weil er seine Zeichen und Ziffern an ihrem verschütteten magischen Ursprung belässt. | Roland März
Letzte Aktualisierung: 16.01.2026
Kontakt
Einrichtung:
Museum Berggruen