Stadtbild Knossos
Ident. Nr.: NG MB 146/2000
ObjID: obj:967889
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Museum Berggruen
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1940
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Stadtbild KnossosÜbersetzung: Townscape of Knossos
- Provenienz
- im Besitz des Künstlers,
1940Nachlass/Vermächtnis: Lily Klee, Bern,
1940–1946Klee-Gesellschaft, Bern,
1946 - vermutlich spätestens 1950vermutlich Werner Allenbach/Klee-Gesellschaft, Bern,
vermutlich spätestens 1950 - vermutlich 1952Werner Allenbach, Bern,
vermutlich 1953 - 1960Galerie Rosengart, Luzern,
1960–1961Bernhard und Margit Sprengel, Hannover,
1961–1967Galerie Rosengart, Luzern,
1967–1989Heinz Berggruen, Paris,
1989–1990Kommission: David Carritt Ltd./Artemis Fine Arts, London,
1989Kauf: BIGI Co., Ltd./Yuji Okusu, Tokyo,
1990–1998Kauf: Heinz Berggruen, Berlin/Paris,
17.11.1998–2000 - Material / Technik
- Aquarell- und Kleisterfarbe auf Papier auf Karton
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 29,3 x 41 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/967889
Objektbeschreibung
In breiten Zügen sind die Wasserfarben in Gelb und Rot flüssig auf das Papier gestrichen, oben ein helles Blau mit der Stimmung des lichterfüllten Südens. Darüber liegt die in kräftigem Schwarz der Kleisterfarbe konturierte, spontan hingesetzte Fassade eines wuchtigen Palastes wie ein dunkles Gitter der Unnahbarkeit. Eine getupfte Straße mit archetypischen Passanten davor; die Fassade ist in der gesamten Bildfläche voll ausgespannt, mit einem schmucklosen Tor in der Mitte, dessen schwarzer Strich symbolisch in die Welt des Verschwindens weist. Rechts ist ein schmaler Streifen mit drei Fenstern zu sehen und links – betont im hellen Lichte stehend – eine schmale, hohe, turmähnliche Partie mit separatem Eingang und einem idolhaft anmutenden „Gesicht“ mit herabhängenden Mundwinkeln. Bei genauerer Betrachtung allerdings weist Klees „Stadtbild Knossos“ im archäologischen Befund nicht die geringste Ähnlichkeit mit den Ausgrabungsrelikten bei Knossos auf. In Griechenland und Knossos ist der Künstler nie gewesen, doch um den Mythos der asymmetrischen Palastanlage aus dem 20. bis 16. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung hat der Maler gewusst. Für ihn gehörte die überlieferte Kultur von Antike und Renaissance immer zum Bezugsfeld seiner Kunst. Im Angesicht des nahenden Todes arbeitete der schwer erkrankte Künstler intensiver denn je an seinem Spätwerk, nach „der Teppich“ (NG MB 145/2000) entstand im März 1940 das „Stadtbild Knossos“. Wenig später starb Klee. | Roland März
Letzte Aktualisierung: 16.01.2026
Kontakt
Einrichtung:
Museum Berggruen