Frau R. auf Reisen im Süden
Ident. Nr.: NG MB 129/2000
ObjID: obj:968131
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Museum Berggruen
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1924
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Frau R. auf Reisen im SüdenÜbersetzung: Mrs. R. Travelling in the South
- Provenienz
- im Besitz des Künstlers,
396655Kommission: Neue Kunst - Hans Goltz, München,
1925James Johnson Sweeney, New York,
spätestens 1932 - vermutlich 1986Nachlass/Vermächtnis: Siadhal Sweeney, Newport,
vermutlich 1986 - vermutlich 8.11.1994Kauf: Heinz Berggruen, Berlin/Paris,
8.11.1994–2000 - Material / Technik
- Feder und Aquarell auf Papier auf Karton; oben und unten Randstreifen mit Aquarell und Feder, unten zweiter Randstreifen mit Tuschfeder auf Karton
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 38,1 x 26,7 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/968131
Objektbeschreibung
Vor den dämonischen Gesichtern und Schauspielermasken von 1925 (vgl. etwa „Monsieur Perlenschwein“; Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf) entstanden im Jahr 1924 einige „Bildnisse“ mit dem Prototyp der karikierten Frau aus gutbürgerlichem Hause. Sie folgen alle dem gleichen Kompositionsschema: frontale Halbfigur mit großem Kopf und verkümmerter Schulterpartie, horizontale Streifen im Hintergrund. Die stacheldrahtige „Frau R.“ glüht und verglüht wie im Backofen, das Gelb der Sonne noch am Hutrand und auf dem Nasenrücken, doch die Augen und die Brosche am Hals sind bereits verkohlt: Eine Touristin als flambierte Frau, zur Maske erstarrt, da bewegt sich nichts mehr außer der sich kräuselnden Frisur. Das Physiognomische des Menschen hat Klee früh schon in seiner ganzen Spannweite fasziniert: „Und jede Gestaltung, jede Kombination wird ihren besonderen konstruktiven Ausdruck haben, jede Gestalt ihr Gesicht, ihre Physiognomie. – Die gegenständlichen Bilder blicken uns an, heiter oder streng, mehr oder weniger gespannt, trostreich oder furchtbar, leidend oder lächelnd. In allen Gegensätzen auf der psychisch-physiognomischen Dimension blicken sie uns an, die sich bis auf die Tragik und die Komik erstrecken können“ (Paul Klee, Kunst-Lehre. Aufsätze, Vorträge, Rezensionen und Beiträge zur bildnerischen Formlehre, Leipzig 1987, S. 81). Die Figur als grimassierende Maske, hinter der sich Leere und Oberflächlichkeit, Dämonie und Wahn verbergen. | Roland März
Letzte Aktualisierung: 02.03.2026
Kontakt
Einrichtung:
Museum Berggruen