Selbstbildnis
Ident. Nr.: SSG 28
ObjID: obj:1065659
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Sammlung Scharf-Gerstenberg
E-Mail:
ssg@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1942
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: SelbstbildnisÜbersetzung: Self-PortraitÜbersetzung: Autoportrait
- Material / Technik
- Gouache, Papier auf Holz
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 32,7 x 46 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/1065659
Objektbeschreibung
Ziehen die Werke Bellmers mit ihren erotisch-perversen Fantasien für gewöhnlich den Blick des Betrachters an und lassen ihn zum Voyeur werden, so kehren sich hier die Dinge um, denn nun schaut der Künstler selbst dem Betrachter entgegen. Mit festem, ja fast dämonischem Blick fixiert er ihn. Der Kopf, der wie eine Geistererscheinung aus den Farbflecken hervorschwebt, ist ins Dreiviertelprofil gedreht, das Gesicht verhärmt und von Flecken übersät. Wie unter Wasser tauchen in der olivgrünen, von Luftbläschen durchsetzten Farbe, die noch immer zu fließen scheint, organische Formen auf, die an fleischige Blütenkelche und verfaulende Granatäpfel erinnern, beides Symbole, die gleichermaßen auf die zentralen Themen Bellmers – Erotik und Verwesung – verweisen. Die Gouache entstand mit einem Abklatschverfahren – Décalcomanie –, das Bellmer bei Max Ernst und Oskar Domínguez kennenlernte. Diese Methode wandte er in unterschiedlicher Weise an: Zum einen fertigte er erst den Abklatsch an, um ihn dann mit der Zeichnung auszudeuten; zum anderen legte er die Zeichnung vorher an, um sie dann mit nassen Farben und darauf abgezogenen Blättern zu vervollständigen. Bellmer schuf auf diese Weise viele Porträts von Freunden und Bekannten und verdiente sich damit zunächst seinen Lebensunterhalt. In seinem Œuvre, das hauptsächlich aus Grafiken und Fotografien besteht, nehmen die Décalcomanie-Gouachen der frühen 1940er Jahre einen wichtigen Platz ein. | Melanie Franke/Nadine Ott
Letzte Aktualisierung: 23.06.2026
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Sammlung Scharf-Gerstenberg
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