Le mystère est exempt de pudeur
Ident. Nr.: SSG 112
ObjID: obj:1066072
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Sammlung Scharf-Gerstenberg
E-Mail:
ssg@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1935
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Le mystère est exempt de pudeurDas Geheimnis ist frei von SchamhaftigkeitÜbersetzung: The Secret is Free from Prudishness
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Collage und Gouache auf Papier
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 22,9 x 17,9 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/1066072
Objektbeschreibung
Georges Hugnet, zunächst vor allem als Dichter und Kunstkritiker in Erscheinung tretend, ist einer der ersten, der über die neuen Tendenzen in der Kunst der Grafik, darunter auch DADA, schreibt. In seinen seit 1928 regelmäßig in einschlägigen surrealistischen Kunstzeitschriften wie „Cahiers d’Art“ und „Minotaure“ erscheinenden Artikeln stellt er unter Beweis, dass er die Bedeutung der künstlerischen Bewegungen seiner Zeit und insbesondere die des Surrealismus erkannt hat. Ein solcher Artikel erweckt 1932 das Interesse André Bretons, woraufhin Hugnet im selben Jahr Mitglied der surrealistischen Vereinigung wird. Mitte der 1930er Jahre beginnt Hugnet, der sich eingehend mit den Werken der Dadaisten Hannah Höch und Raoul Hausmann beschäftigt hat, eigene Collagen anzufertigen, „um die Realität zu lenken und um auf diese Art in das Gebiet des Wunderbaren einzudringen, indem die Bilder von ihrem ursprünglichen Ziel und ihrer banalen Bedeutung abgekehrt werden“. Ausgehend von den Erotikzeitschriften, die er und seine Freunde sammeln, wird sein zentrales Thema das Bild der Frau, welches er mit Hilfe von Schere und Kleber symbolträchtig in immer wieder neue Sinnzusammenhänge setzt. Die beiden Szenen in der vorliegenden Arbeit, verbunden durch die Meereslandschaft, die in die Welt des Geheimnisvollen einlädt, wirken wie Sequenzen aus einem Film, dessen Erzählstrang abrupt unterbrochen zu sein scheint, vom Betrachter jedoch wieder aufgenommen werden kann. Durch die farbliche Überarbeitung der Abbildungen erreicht Hugnet eine groteske Übersteigerung. Schüren die Gitterstäbe bereits die Begierde, erscheint die halb in ein Skelett verwandelte Frau verführerisch und unerreichbar zugleich. Frei von Schamhaftigkeit verweist Georges Hugnet auf Sadismus und Nekrophilie, Themen, die die Surrealisten in zahlreichen Werken beschäftigen. | Silke Krohn
Letzte Aktualisierung: 19.12.2025
Kontakt
Einrichtung:
Sammlung Scharf-Gerstenberg
E-Mail:
ssg@smb.spk-berlin.de