Nu couché à la chemise
Ident. Nr.: NG MB 147/2000
ObjID: obj:962128
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Museum Berggruen
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1906 (Guss vermutlich 1930)
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Nu couché à la chemiseLiegende Frau im HemdÜbersetzung: Reclining Woman with Chemise
- Provenienz
- im Besitz des Künstlers,
396144Nachlass/Vermächtnis: Nachlass Henri Matisse,
396145Nachlass/Vermächtnis: Pierre Matisse, New York,
396146unbekannter Privatbesitz,
396147Galerie Michael Haas, Berlin,
396148Kauf: Heinz Berggruen, Berlin/Paris,
1999–2000 - Material / Technik
- Bronze
- Abmessungen
- Höhe x Breite x Tiefe: 14,1 x 30,5 x 15,5 cm (ohne Steinplatte)
- Erwerbung
- 2000 Ankauf von Heinz Berggruen mit Unterstützung der Bundesregierung und des Landes Berlin
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/962128
Objektbeschreibung
Die liegende Gestalt dieser Statuette gleicht in ihrer Haltung im großen Ganzen dem Akt – rechts der Mitte – in Matisse’ berühmtem Gemälde „Die Lebensfreude“ (1905/1906; Barnes Foundation, Philadelphia). Aber anders als dort, wo die Figur durch den Kontur eine klare Silhouette erhält, die den schönen Körper auch zur Schau stellt, verunklären die changierenden Ansichten dieser Skulptur den Körper, lösen ihn teilweise in ein Spiel von Licht und Schatten auf, ein künstlerisches Verfahren, das traditionell als „malerisch“ gilt. Das Hemd lässt den Oberkörper wie eine bewegte Masse wirken, aus der sich der Kopf, der sich erhebende Arm und die Beine herausartikulieren – sie erscheinen relativ eigenständig und wie in einer Bewegung innehaltend. Aus der expliziten Betonung der einzelnen Körperteile, der Gelenke und Glieder mag der gelegentliche Vorwurf rühren, die matisseschen Frauen seien zu männlich. Auch diese kleine Figur wirkt ausgesprochen kompakt in ihrer skulpturalen Präsenz und nicht in erster Linie hingebungsvoll, wie wir es vielleicht von einer liegenden Venus oder Odaliske erwarten würden. Eine Erklärung dafür mag der zweite ikonografische Ursprung der Figur liefern, die liegenden Grabfiguren, wie wir sie aus der etruskischen und römischen Kunst oder von Michelangelos (1475–1564) Medici-Gräbern in Florenz kennen. | Angela Schneider
Letzte Aktualisierung: 20.05.2026
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Museum Berggruen