Frauenbildnis
Ident. Nr.: NG MB 69/2000
ObjID: obj:963121
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Museum Berggruen
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1940
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: FrauenbildnisOriginaltitel: Portrait de femmeÜbersetzung: Portrait of Dora Maar
- Provenienz
- Galerie Simon/Louise Leiris, Paris,
395972Delbert Coleman,
395973Frank Morini, New York,
1989Kauf: Heinz Berggruen, Berlin/Paris,
1989–2000 - Material / Technik
- Öl auf Papier auf Leinwand
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 64 x 46 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/963121
Objektbeschreibung
Auf die Frage, warum er den Krieg nicht male, gab Picasso die inzwischen berühmte Antwort: „Ich habe den Krieg nicht gemalt, weil ich nicht die Art Maler bin, der wie ein Fotograf darauf aus ist, etwas abzubilden. Aber ich bin sicher, dass der Krieg Eingang genommen hat in die Bilder, die ich geschaffen habe“ (zit. nach Franz Meyer, Picasso und die Zeitgeschichte, in: Picasso im Zweiten Weltkrieg, 1939 bis 1945, Ausst.-Kat., Köln, 1988, S. 97). Der Krieg zeigt sich unter anderem auch – nach Christian Zervos – in der veränderten Palette, die sich von einer lauten Buntheit zu graugrünen Tönen gewandelt hat, der Farbe der deutschen Uniformen (Brigitte Léal, in: Picasso and Portraiture, Ausst.-Kat., New York, 1996, S. 399). In dem sehr eng gefassten Bildausschnitt sehen wir das im Verhältnis zum Oberkörper übertrieben große Gesicht. Diese Form der Disproportionierung gibt der Dargestellten, vermutlich Dora Maar (1907–1997), den Anschein einer Zwergin, die an Diego Velázquez’ „Las Meninas“ (1656; Prado, Madrid) erinnert. In die gegeneinander verschobenen, aufgeklappten Gesichtshälften mischen sich die Züge von Picassos Hund Kazbek (ebd., S. 396). Der Hund wie auch der Gestus der aufgestützten Hand zählen zu dem klassischen Repertoire der Melancholie. Sie spricht auch aus den großen braunen Augen, die mit unendlicher Traurigkeit ins Leere gewandt sind. Das gespaltene Gesicht verharrt in stummem Leiden, dem jede Aggressivität fehlt. | Angela Schneider
Letzte Aktualisierung: 24.06.2026
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Einrichtung:
Museum Berggruen