Traum-Stadt
Ident. Nr.: NG MB 115/2000
ObjID: obj:965679
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Museum Berggruen
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1921
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Traum-StadtÜbersetzung: Dream City
- Provenienz
- im Besitz des Künstlers,
1929Leihe: Schlossmuseum, Weimar,
um 1923 - 1929Kauf: Schlossmuseum, Weimar,
1929 - August 1937Beschlagnahmung: Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda/Depot Berlin-Kreuzberg,
August 1937 - August 1938Verwahrung: Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda/Depot Schloss Schönhausen, Berlin,
August 1938 - Februar 1939Karl Buchholz, Berlin,
20.2.1939Kauf: Buchholz Gallery - Curt Valentin, New York,
März 1939 - mindestens Dezember 1939Kommission: vermutlich Galka Scheyer, Hollywood/Los Angeles,
396434Kauf: Betty Chamberlain, New York,
396435[Ms] Billy Chamberlain, New York,
1961–1966Berggruen & Cie., Paris,
1966Umberto Agnelli, Turin,
396438Galerie A. F. Petit, Paris,
1986Privatbesitz, Schweiz,
396440Massimo Martino, Schweiz,
1993Kauf: Heinz Berggruen, Berlin/Paris,
1993–2000 - Material / Technik
- Aquarell auf Papier auf Karton
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 47,5 x 31 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/965679
Objektbeschreibung
Das Aquarell „Traum-Stadt“ entstand kurz nach Klees Beginn seiner Lehrtätigkeit am Bauhaus in Weimar; es gilt als ein Hauptwerk dieser Schaffenszeit. In gläsernen Klängen grünblau gestuften Indigorots wachsen sie empor: Häuser – Giebel – Türme, begleitet von Knospen, die sich auffalten, und Pilzen aus dem Wunderwald. Darüber Vogelwolken und Dreiecke, die ins Dunkel der Nacht segeln. Die Bergstadt oben, von schneeigem Tau umglänzt, Perlmuttschimmer, der die innige Umarmung von Mond und Sonne umfängt. Klee, der Alchemist, der das Irdische mit dem Kosmischen vermählt. Diese „Traum-Stadt“ der poetischen wie polyphonen Verwunderung ist alles in einer Gestalt: Glashaus – Tropfsteinhöhle – Kristalldom – Himmelsgewölbe. Kunst ist Vision und Traum, Klee hatte dies schon in dunkler Kriegszeit tief empfunden, wie man an einem Tagebucheintrag vom Juli 1917 erkennen kann: „Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis. Was wir sehen, ist ein Vorschlag, eine Möglichkeit, ein Behelf. Die wirkliche Wahrheit selbst liegt zunächst unsichtbar zugrunde. […] An Phänomenen reicher als ein sonniger Tag ist die diffuse Helligkeit leichter Verschleierung. Dünne Nebelschicht kurz vor Durchbruch des Gestirns. Abmalen lässt sich das schwer, weil der Moment so flüchtig ist. Es muss in die Seele dringen“ (Paul Klee, Tagebücher, 1898–1918, Köln 1979, S. 382, Nr. 1081). | Roland März
Letzte Aktualisierung: 02.03.2026
Kontakt
Einrichtung:
Museum Berggruen