Pferd und Stier
Ident. Nr.: NG MB 42/2000
ObjID: obj:966564
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Museum Berggruen
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1921-1923
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Pferd und StierOriginaltitel: Cheval et taureauOriginaltitel: Caballo y toroÜbersetzung: Horse and Bull
- Geografische Bezüge
- Provenienz
- Max Pellequer, Paris,
vermutlich um 1921/1923 - mindestens 1957Didier Imbert, Paris,
1995Kauf: Heinz Berggruen, Berlin/Paris,
1995–2000 - Material / Technik
- Braune Tusche über Bleistift auf grundiertem Holz
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 22,5 x 33 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/966564
Objektbeschreibung
Von dem Sujet dieser Zeichnung, die sich motivisch ausschließlich auf den Kampf eines Stieres mit einem am Boden liegenden Pferd beschränkt und Hintergründe weglässt, entstanden Ende März 1921 weitere, im Musée Picasso, Paris, aufbewahrte Varianten: Jene mit der Inventarnummer MP958 zeigt die Köpfe beider Tiere nach links gewandt, das Pferd liegt am Boden, hat noch den Kopf ausgestreckt, der Stier steht dahinter. Die beiden Radierungen MP2017 und MP2018 geben den Stier mit gesenktem Kopf wieder, wie er von links seine Hörner in den ausgestreckten, nach rechts gewandten Pferdehals rammt. Bei der Berliner Zeichnung ist der Kampf am stärksten sexuell konnotiert. Die Haltung des liegenden Pferdes erinnert an so manche anatomische Überdehnung, die Picasso seine Frauenakte einnehmen ließ. Es ist schier unmöglich, wie das Tier seine beiden Vorderbeine wie eine auf dem Bauch liegende Person ihre Arme in beide Richtungen von sich gestreckt hat, die Hinterbeine aber abspreizt wie eine auf dem Rücken liegende Person ihre Beine, dazu noch den Hals um 180 Grad dreht. So beobachtet das Pferd mit Entsetzen, wie sich zwischen seine Hinterbeine das eine Stierbein schiebt und der Bulle mit seinem Körper Bauch und Flanke belastet. Das Museum Ludwig in Köln besitzt eine Zeichnung mit annährend identischer Komposition (Inv.-Nr. L/Z 2001/048), nur, dass der Stier dort hinter dem Pferd steht, das durch die Geschlechtsorgane als Hengst zu erkennen ist. Eine pauschale Geschlechterzuordnung Pferd – Frau und Stier – Mann griffe für eine Interpretation also zu kurz. | Gabriel Montua
Letzte Aktualisierung: 10.12.2025
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Museum Berggruen