Sitzender Akt
Ident. Nr.: NG MB 71/2000
ObjID: obj:963445
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Museum Berggruen
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1942
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Sitzender AktOriginaltitel: Nu assisÜbersetzung: Seated Nude
- Geografische Bezüge
- Provenienz
- Bodley Gallery, New York,
396017Raymond J. Braun, New York,
11.12.1963Privatbesitz, New York,
11.12.1963Barbara Isles, New York,
1998Kauf: Heinz Berggruen, Berlin/Paris,
1998–2000 - Material / Technik
- Tuschfeder auf Papier
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 63,5 x 45 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/963445
Objektbeschreibung
Den „Sitzenden Akt“ hat Picasso mit einer Tuschfeder am 23. Oktober 1942 gezeichnet. Paris war damals von der deutschen Wehrmacht besetzt. Unter dieser bedrückenden und ihn auch persönlich bedrohenden Situation litt der Künstler erheblich, hatte er doch nicht nur Ausstellungsverbot und Aufenthaltszwang für Paris, er stand auch unter fortwährender Observation der Gestapo. Die auf dem Blatt porträtierte Frau erscheint von einer solch klassisch schönen Unversehrtheit, dass man einen Moment meinen mag, Picasso habe sie schon in seiner klassizistischen Phase, in den 1920er-Jahren, geschaffen – doch das Entstehungsdatum der Grafik steht fest. Es ist aber bekannt, dass sich Picasso gerade in jener Zeit politisch bedingter Isolation verstärkt mit kunstgeschichtlichen Vorbildern befasste. Und so könnte man sich bei eingehender Betrachtung fragen, ob dieser auf einem Bett sitzende Akt mit dem schwermütig geneigten Kopf im Grunde nicht das Gemälde „Die Badende von Valpinçon“ (Louvre, Paris) spiegelt, das Jean-Auguste-Dominique Ingres 1808 in Rom geschaffen hatte. Picasso hat sich besonders vom Werk Ingres’ immer wieder anregen lassen. Während dessen sitzender Akt jedoch den Betrachter:innen den Rücken zuwendet, stellt sich jener in Picassos Zeichnung in der Vorderansicht dar. Das eine schließt das andere aber nicht aus. Überhaupt war es für Picasso offenbar reizvoller, Vorbilder zu paraphrasieren als sie nachzuahmen. | Hans Jürgen Papies
Letzte Aktualisierung: 10.12.2025
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Museum Berggruen